EU – Craft – Projekt




Hanf als Baumaterial für Energiesparhäuser aus Holz
Am 17.12.2001 wurde dem ersten Hanfdämmstoff die europäisch technische Zulassung erteilt.
Mit dem EU- Craft- Projekt wurde die Entwicklung des Hanfdämmstoff „HDW 1A“ bis zur Zulassung realisiert.

Die Projektleitung hat:

Dipl. Ing. Franz Neubauer vom Institut für Raumgestaltung der TU Graz http://www.cis.tugraz.at/raumgestaltung/








folgende Firmen beteiligten sich als:

Hersteller:
Hanffaser Uckermark, Prenzlau

http://www.hanffaser.de/
Zulassungsinhaber:
EUROHANF, Stainz, Österreich
http://www.eurohanf.com/
Maschinenhersteller:
GEKO Maschinenbau, Sehnde (Mitglied im Umweltzentrum Hildesheim)
http://www.geko-maschinenbau.de








Mit der Erteilung der europäisch technischen Zulassung am 17.12.2001 steht nun ein neuer Dämmstoff bereit. Er eignet sich hervorragend für die in Zukunft zu erwartenden großen Dämmdicken von bis zu 50 cm.

Im Rahmen des Projektes ist die Spezial-Einblasmaschine GEKO UZ entwickelt worden, die das Einbringen von langfaserigem Hanfdämmstoff in Hohlräume ermöglicht.

Hanffasern als Dämmstoff zu verwenden ist aus vielerlei Hinsicht verlockend. Er bringt viele Eigenschaften von Haus aus mit, die bei anderen Materialien durch Zumischungen beigebracht werden müssen. Unter anderem sind auch die mechanischen Eigenschaften bemerkenswert. So erreicht die Hanffaser 1/3 der Reißfestigkeit von Stahl!








Hanffasern zerfasern und fibrillieren stark auf (fraktale Fasern), was Sie gegenüber glatten Fasern in vielen Anwendungen auszeichnet.
Um die Vorteile der faktalen Geometrie der Hanffaser für die Setzungssicherheit des Dämmmstoffes optimal zu nutzen, ist eine möglichst lange Faser im Dämmstoff wünschenswert. Die daraus entstehenden hohen Ansprüche an die Einblasmaschinen konnte nur durch eine Sonderentwicklung Rechnung getragen werden. Vorversuche mit handelsüblichen Einblasmaschinen verliefen alle samt enttäuschend. Diese Spezial- Einblasmaschine wurde von der GEKO Maschinenbau GmbH in Sehnde im Rahmen des EU– CARFT- PROJEKTES entwickelt und gebaut.









Während der Erprobung wurde der Hanf- Dämmstoff in einige Häuser in der Uckermark eingeblasen. Dabei konnte die in den Labortest nachgewiese Setzungssicherheit des neuen Dämmstoffes in eindrucksvoller Weise bestätigt werden. Der Dämmstoff verklettet sich an Wänden und Bauteilen dermaßen stark, dass ein nachträgliches Setzen auszuschließen ist. Diese positive Eigenart des neuen Dämmstoffes wirkt sich auch auf die Verarbeitung aus.








Die erfahrenen Einbläser lernten schnell mit dem Dämmstoff umzugehen und die Vorteile zu nutzen. Die Hanfspezialisten der Hanffaser Uckermark und die Maschinenbauer der GEKO konnten bei der gemeinsamen Entwicklung der Spezial-Einblasmaschine ihre Erfahrung und ihr Fachwissen einbringen und so das schwierige Vorhaben gemeinsam zum Erfolg bringen. Viele Änderungen an der Maschine wurden gemeinsam erprobt und auf die speziellen Erfordernisse abgestimmt. Die Besonderheit der Spezial- Einblasmaschine ist eine Druckschleuse, die ohne die sonst üblichen Dichtungen und Bauteile wie Zellradschleusen auskommt. Die Abdichtung erfolgt über den Dämmstoff selbst, der zu einem Propfen gepresst wird, und somit die Blasluftabdichtung herstellt. Dieses Verfahren wurde von der GEKO Maschinebau GmbH zum Patent angemeldet. Auch für die Zukunft sind noch weitere Entwicklungen geplant. So soll zum Beispiel die Anfertigung von Fertigbauelementen mit einer stationären Technik rationalisiert werden.








Mit der erfolgten Zulassung steht ab jetzt ein neuer Dämmstoff zu Verfügung, der hervorragend für eine setzungssichere Hohlraumdämmungen geeignet ist. Die Wärmespeicherfähigkeit vom Hanf-Dämmstoff ist wesentlich größer als die meisten bisher gebräuchlichen Dämmstoffe bei etwa gleichen Wärmeisoliereigenschaften. Dies ist einerseits erklärbar durch die hohe spezifische Wärmekapazität der Hanffasern und andererseits durch das höhere Raumgewicht gegenüber z.B. Mineralfaserprodukten oder Schaumkunststoffen. Daraus resultiert sowohl ein “Kälteschutz” im Winter als auch ein “Wärmeschutz” im Sommer. Die brandtechnische Einstufung ist die gleiche wie die von Bauholz. Ein Befall von Ungeziefer ist nicht zu erwarten, da keine Insektenschädlinge bekannt sind, die dem Hanf zusetzen könnten. Die hohe Stabilität und Strapazierfähigkeit der Naturfaser Hanf macht die Baustoffe aus Hanffasern unbeliebt bei Nagerschädlingen.








Beachtenswert ist, dass sich in alter Zeit die Waldarbeiter Hanf zum Schutz gegen Ungeziefer unter ihr Lager legten.
Der Hersteller, die Hanf-Faser GmbH Uckermark garantiert für seine Produkt deren Rohstoffgewinnung und Herstellung.
Die Produkte / Halbzeuge bestehen zu 100% aus Hanf und enthalten keine umweltbelastenden oder giftigen Zusätze.
Alle Rohstoffe (Hanf) stammen ausschließlich aus Deutschland (landwirtschaftlicher Anbau).
Hanf ist ein einjährig nachwachsender Rohstoff, der ohne Pestizide, Herbizide und Insektizide angebaut wird; es wird kein genmanipuliertes Material verwendet.
Im Anbaujahr 1999 wurden 37 % der Anbaufläche kontrolliert biologisch bzw. integrativ bewirtschaftet.









Mehr über Hanf zum Thema Botanik, Geschichte, und dem Hersteller erfahren Sie in den folgenden Seiten:

Botanik, Geschichte und Herstellung:
http://www.hanffaser.de/allgemein.html

Baustoff aus Hanf:
http://www.hanffaser.de/baustoffe/allbau.html

Fasern allgemeine Beschreibung:
http://www.hanffaser.de/fasern/allhanf.html

Mehr über die Spezial-Einblasmaschine:
http://www.geko-maschinenbau.de